Facebook

Martina Karl gefällt

Tierschutzverein Mensch-Tier-Spirits-HelvetiaTierschutzverein Mensch-Tier-Spirits-Helvetia

Weather Widget
Wetter Widget
YoWindow.com yr.no

Besucher:

 

Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muss sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen. (sibirisches Sprichwort)

So haben wir die Svetlana 2008 entdeckt. In ihrem altem eingequetschtem Tierheim und unterernährten Tieren.

2009 kamen die ersten vorsichtigen Spenden ein. Das war die Entdeckung dieser tollen Frau vor Ort.

2010 wurde Svetlana mit allen ihren Tieren aus der Stadt umgesiedelt, damit sie das ruhige Leben von den Stadtbewohnern nicht mit ihren Tieren stört. Das war uns recht, weg von den ganzen Feinden, im Einklang mit der Natur und den Tieren.

2011 herrscht im Tierheim eine riesen Baustelle, die ersten Tiere werden kastriert. Gott sei Dank unterstützen uns auch andere Vereine in Deutschland und Schweiz. Alleine würden wir das Tierheim nicht auf die Beine stellen können.

2012 sieht man schon deutlich wie das Tierheim gewachsen ist, wenn man das Bild mit 2010 vergleicht.

2013. Was kann ich dazu noch sagen. Auf jeden Stück Holz im Tierheim, kann man einen deutschen, oder Schweizer Namen schreiben.

Sibirien ein kleiner Rückblick und ein grosses Danke an euch :)

Auch ich möchte mich von ganzem Herzen bei allen Spendern, Freunden, Helfern, Unterstützern und treuen Begleitern von Svetlana bedanken. Ohne Sie/euch wäre dies hier alles niemals entstanden, nie möglich geworden. Nie hätte es ohne Sie/euch auch eine winzige Chance gehabt. Sie/ihr alle da draussen seit wunderbare Menschen und ich bin Ihnen/euch tief dankbar, dass Sie/ihr es Wirklichkeit werden lasst, dass auch in einem so fernen und vor allem armen Land ein solches Projekt geboren werden konnte. Auch bedanke ich mit bei den treuen Begleitern, welche jedes Jahr die Reise zu Svetlana auf sich nehmen. Ihr seit ein so irre tolles Team und ich freue mich wieder auf das nächstes Jahr.

Im Namen von Svetlana, meiner Liebe und ihren Tieren, sowieso meine Liebe, danke ich Ihnen/euch allen, dass es Sie/euch gibt und ihr an Svetlanas Seite steht und wünsche Ihnen und euch ein wundervolles, friedliches, erfolgreiches Jahr 2014 und ewige Gesundheit. Danke viel, vielmals ♥ ♥ ♥

Hier noch ein paar wunderschöne Zeilen von unserer Daria ♥ Chudjakowa

Liebe Tierfreunde,
jetzt in der Zeit wo man von den Lieben Menschen/ Tieren umgeben ist und Abendspaziergänge mit schönen Lichterketten abends auf der Straße macht, vorbei an all den Läden ( die mich eigentlich wenig interessieren) wurde mir bewusst, dass ich eigentlich ein sehr glücklicher Mensch bin. Ich bin ein glücklicher Mensch, weil ich weiß das mich so viele GUTE Menschen umgeben, und das es so viel von denen auf der Erde gibt. Menschen für welche Das Leben andere Prioritäten hat, als wieder Mal gekauftes Unnütz nach Hause zu schleppen. Menschen die ein Gleichgewicht mit sich selbst, der Natur, und den Tieren haben.
Als wir 2008 auf das Tierheim von Svetlana gestoßen haben, wussten wir da muss geholfen werden, wir hatten kein Plan, wir haben einfach getan, es irgendwie durchgezogen. Es gab natürlich sehr viele schlaflose Nächte, die gibt es immer noch, ob wir dem Tierelend in Russland gewachsen sind. Doch irgendwie geschahen immer wieder kleine Wunder, und immer neue Menschen kamen dazu und wir fühlten uns nicht alleine.
Ich bin nicht gläubig, doch hier eine kleine Geschichte zum Nachdenken für euch:
Eine Fromme Frau bittet Gott, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubt es ihr und führt sie in einen grossen Raum. In seiner Mitte steht auf dem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Rundherum sitzen Leute mit langen Löffeln, alle stochern in dem Topf, aber sie sehen blass aus, mager und elend. So sehr sie sich auch bemühen, die Stiele der Löffel sind zu lang. Sie können das herrliche Essen nicht in den Mund bringen.
"Was für ein seltsamer Ort", sagt die Frau." Das", antwortet Gott," ist die Hölle."
Sie gehen in einen zweiten Raum, der genauso aussieht wie der erste. Auch hier brennt ein Feuer, und darüber kocht ein köstliches Essen. Leute sitzen rundherum, auch sie haben Löffel mit langen Stielen, aber sie sind alle gut genährt, lachen und scherzen. Einer gibt dem anderen mit seinem langen Löffel zu essen. " Und dies", sagt Gott," ist der Himmel."Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Danke das es euch gibt!
Daria C.

Reisebericht Sibirien, August 2013

Hinweis: Eine grosse Bildergalerie mit vielen Eindrücken unserer Reise befindet sich am Ende dieses Berichtes.

Wir waren vom ersten August bis zum 16. August bei Svetlana in Sibirien. Mein erster Augenmerk galt vor dem Flughafen Abakan die uns schon lange bekannten Hunderudel die fehlten. Wir haben ihnen immer unser restliches Essen aus dem Flugzeug mitgebracht. Sie waren weg. Kein einziges Tier war zu sehen, kein bellen in der Ferne. Ein komisches Gefühl beschlich uns. Und auch als wir so durch Abakan fuhren bemerkte man, dass die Hunde auf den Strassen fehlten. Man sah sie nur in den hinteren, abgelegenen Strassen. Sehr erstaunt nahm ich zur Kenntnis, was sich einem Jahr wieder alles getan hat. Das Tierheimgelände wurde nochmals umstrukturiert und diese Arbeiten sind jetzt noch voll in Gange.

>Die Zusammensetzung der Rudel musste geändert werden und wird nach Fertigstellung auch nochmals angepasst, damit sich die Hunde, die ja alle aus unterschiedlicher Herkunft, Rasse, Grösse und Alter sich auch verstehen. Neu gibt es eine überdachte Terrasse mit einem riesen Ofen, wo Hundefutter gekocht wird. Auch kann man dort mal eine Pause von der harten Arbeit einlegen und sich ausruhen, auch wenn es mal regnet. Es sind alles in allem nahezu 300 Tiere, die tagtäglich dort versorgt werden. Ruth eine Tierärztin aus der Schweiz hat uns begleitet und vor Ort kastriert. Mit Freuden haben wir bemerkt, dass wir gar nicht so viel zum kastrieren hatten, war Ludmilla mit ihrem Team im ganzen letzten Jahr immer wieder dort und so wurden bis auf ca. 10 wirklich wilde, zum Teil auch gefährliche Tiere nicht kastriert, weil man sie entweder nicht fangen konnte, oder sie wirklich gefährlich sind. Aber dies wird nach und nach noch geschehen. Alle anderen Tiere wie Hunde und Katzen sind kastriert. Ruth hatte noch 25 Tiere zu kastrieren, was wirklich erstaunlich wenig war. Die Welpen die dort jetzt noch sind, sind von trächtigen ausgesetzten Hündinnen, oder aber die Welpen wurden vor die Türe gesetzt. Im neuen Welpengehege hinten hatte es ca. 15 Junghunde. Leider kamen sie schon krank an und ein paar mussten wir leider trotz medizinischer Versorgung beerdigen. Im vorderen Gehege hat es nochmal 12 Welpen gehabt und sind gesund, wurden entwurmt, entfloht und ebenfalls medizinisch versorgt. Auch im Katzenhaus hat es ein 2 besonders tragische Fälle gehabt, welche wirklich krank waren und auch eingeschläfert werden mussten. Andere sind aber quietschvergnügt und ganz lustig unterwegs.

In dem Katzenhaus lässt es sich für sibirische Verhältnisse schon mega super leben. Vor allem im Sommer, welchen alle Tiere sehr geniessen. Dieses Jahr haben wir die Tiere besonders die Hunde, in einem doch ziemlich gesunden Zustand erlebt. Bis auf ein paar wenige, die wirklich auch Krebs hatten und ein paar Blessuren von den Rüpeleien untereinander und Hauterkrankungen, also Milben hatten, war der Zustand viel besser als in den Vorjahren. Das ist das Ergebnis der Spenden und Errichtung von Hütten und Zwingern und vor allem auch des besseren Futters. Svetlana sammelt Kräuter und so werden gesundheitsfördernde Kräuter im Brei mit gekocht. Viele Hunde von den Vorjahren waren noch dort und sie erkannten uns auch wieder und wir hatten auch viel Spass mit ihnen. Ruth ist eine Tierärztin aus der Schweiz. Sie kam mit uns mit und muss wirklich sagen, ich war schwer beeindruckt. Sie hat Sibirien gemeistert, auch wenn es sie etwas durchgeschüttelt hat. Man kann Russland/Sibirien nicht annähernd mit unseren Standarts vergleichen. Ganz klar ist es ein Schock, wenn man dort zum ersten Mal ankommt. Das und die Kultur, welche so anders als die unsere ist, die wenige Zeit die man hat, erfordern eine unglaublich schnelle Anpassungsfähigkeit, ein gewisses Einstecken können, und auch den Respekt an eine Kultur und an Menschen, welche so anders denken als wir. Auch zu sehen, wie sibirische Tierärzte kastrieren, ist ein Schock, dass muss man erst mal ertragen und aushalten. Sie gehen auf Grund der Medikamente und Situation dort anders um als wir. Es ist kann durchaus auch schon mal erschreckend sein. Aber genau darum gehen Tierschützer ja in diese Länder. Um eben genau die Zustände die man ändern kann zu ändern, ohne diesen Menschen dort, dessen Gäste wir immer sind, egal, was wir dort leisten oder wie viel Geld dort hin spenden, mit dem erhobenen Zeigefinger zu begegnen.

Auch hat sich gezeigt, dass Sibirien ein sehr hartes Pflaster ist für die Tierschützer ist, die zum ersten Mal mitgehen. Einige Menschen können dazu stehen, dass es ihnen sehr schwerfällt, dies zu ertragen und nie mehr kommen können. Menschen die ganz offen und ehrlich dazu stehen können aber erkennen was es dort noch an Hilfe bedarf, gebührt mein Respekt. Ich danke dir liebe Sigrid, du bist ein toller Mensch und habe deine offene Ehrlichkeit sehr geschätzt. Andere können dies nicht. Sie sehen das Negative, heben das Schreckliche und Traurige hervor. Halten ein solches Tierheim für grausam und hinterwäldlerisch. Können nicht erkennen, wie es vor Jahren war, wie es nun ist und noch werden wird. Solchen Menschen fehlt die Empathie für eine andere Kultur und die dort herrschenden Situationen. Leider gelingt es manchen Menschen nicht, sich anzupassen, etwas anzunehmen und sich als Gast zu verhalten. Wir haben uns dieses Jahr entschlossen keine Menschen die nicht wirkliche Auslandstierschutzerfahrungen mitbringen mitzunehmen. Jeder Tierschützer vor Ort braucht seine Energie und seinen wenigen Schlaf für die Aufgaben die in so kurzer Zeit zu bewältigen sind. Daria kümmerte sich neben den ständigen Übersetzungen und Behördenkram und uns immer wieder abholen und heimbringen , meist um das Katzenhaus. Mit aller Liebe und Fürsorge umsorgte sie ihre Schützlinge. Die Hingabe, mit der Daria ihre Fellnäschen pflegt, umsorgt und beschützt, ist sehr berührend. Wenn es nach ihr ginge, würde jede Mieze eine schöne gesunde und glückliche Katze sein in einem wundervollen Daheim. Leider ist das Leben auch anders. Daria musste sich von 2 Katzen verabschieden, welche es einfach nicht geschafft hatten. Es war sehr traurig anzusehen, hatte Daria ihnen doch ein besseres Leben versprochen. Aber sie hat ihr Versprechen eingehalten. Es gibt noch eine Art besseres Leben ohne Leid und Krankheit, Hunger und ohne Zuhause. Das Regenbogenland. Liebe Daria, deinen beiden Süssen geht es jetzt gut, sie leiden nicht mehr und sind nun wieder jung und gesund. Danke Daria, dass du die Katzen so umsorgst und danke, dass du uns immer gut versorgt hast. Uns fehlte es an nichts.

Nika, ja die Nika, ich liebe sie. Sie geht mit mir über das Gelände und sie man muss nicht sprechen um zu sehen, was getan werden muss. Ihre mehr als 15 Jahre Tierarzt-Assistenz machen sie zu einer sehr erfahrenen und vertrauenswürdigen Person, auf die wir in Sibirien niemals verzichten wollen. Svetlana wartet jetzt bereits schon wieder auf Nika und Ruth, was mich sehr freut. Wir haben so viel geschafft. Tiere versorgt, Welpen entfloht und entwurmt. Aufgelistet, welche Tiere in welchem Zustand sind und behandelt werden müssen. Und ganz nebenbei ist ein unglaublich Leichtes, sich mit Nika die Nächte um die Ohren zu schlagen. Ich habe wieder so viel von ihr gelernt. Auch Spass darf nicht fehlen. Und wir haben Nachts auch lachen können. Ruth, ein zartes und hochsensibles Wesen. Feinfühlig und feinstofflich. Von Beruf Tierärztin. Sie hatte wohl die grösste Hürde dieses Jahr zu nehmen. Sie musste sich von vielen Gewohnheiten, welche sie im Berufsalltag in der Schweiz geniessen darf, ablegen. Sie musste sich ganz neu einfinden, neu organisieren und mit den Mitteln, welche dort vorhanden waren, klar kommen. Da ich ihr während ihrer Arbeit assistierte, durfte ich erleben, wie sie die Gedanken, die Arbeit, die Ideen mit jedem Tag immer mehr in die Hände bekam. Es war wirklich grossartig, wie sie mit den Tieren umging, wie sie sich um sie bemühte und wie sorgfältig sie trotz aller Umstände dort arbeitete und mir dabei noch ganz viel erklärte was sie gerade macht. Ich habe jetzt einen noch besseren Einblick bekommen, was die Op's und Medikamente angehen. Als Mensch lernte ich zudem noch eine ganz wundervolle Person kennen und schätzen. Sie liebt die Natur und war immer wieder mal im Gras liegend zu finden. Solche Menschen wie Nika, Ruth und Daria aber auch unsere Ute, welche dieses Jahr leider nicht mitkonnte, braucht es um Svetlana zu unterstützen. Ihr zur Seite zu stehen, ihr die Dinge die für die Tiere gut und wichtig sind zu erklären und zu zeigen. Ich freue mich heute schon auf nächstes Jahr und auf unser 5er Dream-Team.

Einen Tag waren wir in Ludmillas Ferienhäuschen, welches eigentlich dem Schwiegersohn gehört. Svetlana kam so endlich einmal aus dem Tierheim raus und konnte mit Ludmilla, welche die Chefin der russischen Tierklinik ist, auch vieles besprechen. Im Tierheim ist es einfach oft zu stressig und zu laut. Es tat Svetlana sichtlich gut einmal rauszukommen, in einem sibirischen Bach baden zu können, die Natur zu geniessen. Leider war auch Thema, dass es in 9 Monaten 5 schlimme, sehr schlimme Vorfälle gab, welche Svetlana kaum verwunden hat. Es wurden in den 9 Monaten 5 Hündinnen kastriert. Und bei ihnen ging die Naht auf und sie starben. Wir haben rauf und runter diskutiert, was das für ein Problem sein könnte, passierte so etwas nie. Wir haben die Hygieneketten durchgedacht und überlegt, ob die Hündinnen speziell erkrankt waren. Wir überlegten ob es eine Erkrankung im Tierheim gibt. Wir schauten der Ärztin beim kastrieren zu. Nichts deutete darauf hin, was es genau sein könnte. Stundenlang, tagelang haben wir gegrübelt, und hin und her diskutiert. Es gibt keine Hundekragen dort, vielleicht haben sie sich die Naht auf gepuhlt, vielleicht hatte eine Hündin eine Erkrankung. Wir sind nicht wirklich auf ein Ergebnis gestossen. Aber wir möchten gerne noch ein postoperative kleine Anlage bauen, vielleicht ganz nahe beim grossen neuen Katzenhaus, dort in der Nähe ist auch der OP und so könnte man die Tiere viel besser überwachen. Ein anderer Schock wurde Ruth und mir versetzt, als wir während wir kastrierten, die russische Tierärztin ebenfalls am kastrieren eines Rüden, diesen eine Art Ohrfeige versetzte und der Hund sofort wieder in die Narkose sank. Das sind so eine Art Träume, die die Hunde wie erwachen lassen, aber sie sind wohl nicht wirklich wach. Ich war unglaublich erschrocken und musste in den Nächten so heulen. Ich konnte dies nicht verstehen. Die Ärztin wurde daraufhin angesprochen. Man macht dies anscheinend in Russland überall so, da die Narkosemittel nicht wirklich adäquat seien. Europäische Narkosemittel sind dort nicht erlaubt und unter Strafe gestellt. Wir haben der Ärztin gesagt, dass dies bei uns nicht üblich ist und wir uns eine solche Methode auch niemals vorstellen könnten. Nun, wir haben auch die besseren Mittel und das grundsätzlich. Wer weiss was wir täten, wenn wir eben auch nicht diese Narkotika hätten und das Tier kommt in die Aufwachphase? Ich weiss, ich war unglaublich schockiert und auch böse, aber wie wäre dies, wenn ich dort leben müsste, mit den Bedingungen? Ich versuche mich jetzt mal einer Wertung zu entziehen.

Russland ist unglaublich hart, wenn es um den Schutz der Tiere geht. Viele von euch kennen Berichte aus der Ukraine und anderen Ländern im Osten. Man kämpft und man hat nur 2 Wochen Zeit alles dort einzubringen um die Situation wieder ein Stück zu verbessern. Wir in Deutschland und der Schweiz sind unglaublich verwöhnt und haben alles von Bildung bis zu Medikamenten, alles was unser Herz begehrt. Russland ist schwierig, die Menschen dort haben fast nichts. Sibirien dagegen ist das vergessene Stück Russland. Einen Hund welcher querschnittgelähmt war, haben wir erlöst. Der Rüde wäre in absehbarer Zeit sehr krank geworden. Zu heilen war er nicht. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Hinterteil offen gewesen wäre vom rumrutschen auf dem Boden und die Maden dort eingezogen wären. Die Hitze betrug im Durchschnitt +35° und die Fliegen sind wirklich mehr als lästig. Unmengen von Fliegen, die auf jedem Brotkrümmel und überall ihre ekligen Eier versuchen abzulegen, die dann auch noch so leuchtend gelb und gross sind. Ein kranker Hund ist für die Fliegenschwärme ein wahrer Segen. Dagegen alleine schon anzukämpfen ist schwer. Ein Tier zu erlösen und das in der sibirischen Kultur, ist nicht so einfach. Aber wenn man bedenkt, dass Svetlana einer Religion angehört in der das Kastrieren wieder der Natur ist und sie aber inzwischen gelernt hat, das Kastration das einzig richtige ist, dann muss ich sagen, dass die fast 300 kastrierten Tiere für Svetlana ein gewaltiger Fortschritt sind und diese Frau ist 67 Jahre alt. Auch wenn es ihr sehr schwerfällt ein Tier einschläfern zu lassen, haben wir sie einmal nicht damit konfrontiert und ihr das Leid erspart und einen Rüden über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Später ging es dann bei anderem Tier, da war sie wieder bereit. Auch Svetlana muss sehr viel lernen und erkennen, dass Tierschutz auch mal so eine Massnahme bedeutet. Das weiss sie auch und sie sieht es immer wie mehr. Bevor wir uns aus dem so reichen und sicheren Westen eine Wertung erlauben, sollten wir uns wirklich überlegen, ob die angemessen und berechtigt ist. Was ein Mensch glaubt und was ein Mensch tut, sind zweierlei.

Im Tierschutz zählen die umgesetzten Fakten. Ein Mensch, der in einem Land wie Sibirien dem Schutz der Tiere widmet und das unter diesen Bedingungen wo es weder ein Tierschutzgesetz noch Akzeptanz für solche Projekte gibt, der ist zu bewundern und vor allem zu unterstützen.

Wir wurden von Juri Kitanov eingeladen. Für Svetlana ist er grosser Wichtigkeit, da das Tierheim von seinem Schutz und auch seinen Spenden profitiert. Juri will Bürgermeister in seiner Stadt Abasa werden und die Wahlen finden Anfangs September statt. Da er ein wichtiger Spender ist und dessen Frau Helena Svetlana massgeblich unterstützt, mussten wir dort hin. Also reisten wir ca. 250 km südlich von Abakan nach Abasa. Wir wurden unglaublich freundlich empfangen. Ein TV-Team kam noch und filmten Svetlana, Daria und mich. Der Film soll die Wahl von Juri etwas unterstützen. Sollte Juri Bürgermeister werden, wird er in seiner Stadt eine kleine Klinik einrichten und alle Strassentiere kastrieren lassen. Dann wäre die Stadt Abasa die erste Stadt in Russland, welche ein Kastrations- und Impfprogramm hat. Ich und Daria werden dann ein Programm vorbereiten, wonach die Tiere eingefangen, geimpft und kastriert werden. Die bekommen einen Pass und eine Kennzeichnung und werden wieder in die Freiheit entlassen. Vielleicht werden so auch andere Städte darauf aufmerksam und könnten das Programm übernehmen. Das wäre ein kleines Wunder. Drum drücken wir alle ganz fest die Daumen, dass Juri im September Bürgermeister von Abasa wird. Juri hat dann noch ganz viel Holz für das Katzenhaus gespendet. Das ist so toll und Svetlana ist ihm so dankbar und wir natürlich auch. Juri und Helen sind mir ans Herz gewachsen und Helena ist eine wundervolle Frau und auch Künstlerin. Sie malt Ölbilder und ich fühle mich sehr geehrt, da ich ein wunderschönes Bild mit Mohnblumen von ihr signiert mein Eigen nennen darf. Wir wurden verwöhnt und blieben auch über Nacht. Ich war sehr beeindruckt von der russischen Gastfreundschaft. Man begegnet ihr immer wieder wie auch bei Julia und Roman, ein ganz wundervolles junges Paar, welches sehr um uns besorgt ist, sorgten für unsere Unterkünfte und einige sibirische Spezialitäten, welche wir geniessen durften. Daria und ich haben sie für dieses Weihnachten zu uns eingeladen und werden ihnen die Flugtickets sponsern, damit sie sich ihren Traum einmal nach Europa zu kommen zu können, erfüllen können.

Das grosse Katzenhaus wird enorm. Grösser als eigentlich geplant wird es den Katzen ein warmes und isoliertes Heim bieten. Auch eine kleine Quarantäne-Station soll dort untergebracht werden um nicht immer wieder Tiere, die vielleicht schon krank im Tierheim ankommen, anfänglich zu isolieren. Das Gute daran ist, dass die russischen Arbeiter von Abakan sind und somit ein klein wenig Geld durch den Bau verdienen können. Das kommt dem Ruf von Svetlana zu Gute und erhöht die Akzeptanz des Tierheims in der Stadt Abakan. Die Menschen dort sind extrem arm. Wer keine Arbeit hat, fällt durchs Netz. Dort gibt es keine Sozialämter oder Obdachlosenheime. Wer arm ist, hat ein trauriges Leben. So können wir doch ein ganz klein wenig etwas unterstützen. Wir müssen die Menschen mit einbeziehen, weil es für das Tierheim wichtig ist und es politisch dadurch stabilisiert wird. Wir hatten wieder zwei emotionale Wochen mit Leid und doch mehr Freud. Denn wir sehen, wie sich das Tierheim aber auch Svetlana entwickelt. Wir haben gesehen, was all die Spender/innen, Gönner und Unterstützer dazu beitragen, was dort entstanden ist und noch entstehen wird. Die Tiere sind in Sicherheit wenn sie denn dort hin kommen und nicht ausgesetzt werden. Auch wenn das Abgeben oft sehr herzlos und für uns völlig unverständlich geschieht. Ein Pekinese wurde aus dem fahrenden Auto vor Svetlana Heim rausgeworfen und der Besitzer schrie nur noch aus dem Fenster "Sie heisst denn Dima". Ein anderer Fall war, als ein Hund vor dem Tierheim sass. Unglücklich und verwirrt und voller Angst. Ich nahm ihn an mich und er wurde auch gleich am nächsten Tag von Ruth kastriert. Er war so anhänglich, dass es mir das Herz brach, als wir abreisen mussten. Ich taufte ihn Nico. Auch ein Rüde der von einer Frau abgegeben wurde, wurde umgehend von Ruth kastriert. Diese Frau rettete den Hund vor den "Reinigungsdienst" also Tötungsmännern der Stadt Abakan. Zudem nahm sie bei sich 4 Welpen auf, dessen Mutter an den grausamen Folgen von T61 starb und leider nicht mehr gerettet werden konnten. Die Frau kam noch mit zwei anderen Personen völlig verzweifelt im Tierheim an und weinte bitterlich. Sie hatte so gekämpft und doch geschafft einen Rüden und die 4 Babies zu retten. Es gibt sie, die guten Menschen, auch in einem so abgelegenen Ort wie Abakan. Sie betonte wie wichtig es ist Svetlana zu unterstützen und war so dankbar, dass wir ausländischen Tierschützer kommen und sehen was in Sibirien passiert und geändert werden muss.

Nun wissen wir wo unsere Flughafenhunde und die Stadthunde sind. Im Regenbogenland. Wir sind traurig, denn Abakan hat die Tötungen wieder aufgenommen. Dort sitzt ja der schreckliche Bürgermeister, der Svetlana schon viele Jahre schikaniert und auch fast schon mal umbringen liess. Ein grausamer Mann, der dafür sorgt, dass ein Land grausam bleibt. Drum braucht es noch viel mehr Unterstützung und Schutz für Svetlana und ihre Tiere. Leider kam auch eine Stafford-Hündin, als Kampfhund missbraucht dort an. Da sie andere Hunde so sehr hasst, wusste Svetlana anfänglich nicht wohin mit ihr. So musste die Hündin erst mal in den Kohle-Schuppen, der leider kein Fenster hatte. Das ist aber eine absolute Notlösung und keinem gefällt sowas. Dort wird nun ein Fenster eingebaut da sie noch ein klein wenig dort bleiben muss. Es wird ein Zwinger mit einem kleinen Freilauf für sie gebaut. Sie kann leider nicht in die Nähe von anderen Hunden gebracht werden, da sie sie töten würde. Somit muss der Zwinger am Rande des Tierheims platziert werden. Ganz traurig und ganz schlimm. Tanja geht aber 3x pro Tag mit spazieren. Mit Menschen ist die Hündin gut. Nun ja und dann kam auch irgendwann mal der Rückflug. Es ist so schwer, Svetlana und Tiere einfach so wir dort eingefallen sind, wieder zu verlassen, Von einer Stunde auf die andere sind wir einfach verschwunden. Svetlana ist wieder alleine und die Tiere werden uns vermissen, verstehen sie doch nicht, dass wir einfach nicht mehr wieder kommen. Mir zerreisst es das Herz. Ich fühle mich schlecht. Ich fliege wieder in mein "reiches und sicheres " Leben. Nun bin ich schon ein paar Tage zuhause und ich denke jede freie Minute, wie es Svetlana wohl grad geht. Wie geht's den Tieren. Sind noch alle Welpen am Leben? Einige waren während unserer Zeit gestorben, sie kamen schon krank im Tierheim an. Ich habe einen schlimmen Jet-leg wie noch nie zuvor, kenne sowas eigentlich gar nicht. Ich habe noch immer die sibirische Zeit von 6 Stunden voraus im Körper.

Werde ich etwas eine Sibirierin? Vielleicht ein wenig, denn ein Teil meines Herzens ist schon seit Jahren dort und wird immer dort sein. Ein so wunderschönes Land mit einer so üppigen Natur vor der Tür aber auch grausamen langen Wintern unter dem Mensch und vor allem Tier schwer zu leiden hat. Meine Gedanken sind schon in der Winterzeit, weil ich mir da die grössten Sorgen mache um eine Frau mit gut 300 Tieren. Was Svetlana dort leistet, ist einfach unglaublich. Ich bin überzeugt, unser einst würde dort schon an ganz geringen Wiederständen scheitern. Svetlana weiss gar nicht, wie viel sie mich in den letzten Jahren gelehrt hat. Dafür bin ich sehr dankbar.